kleine Aminosäuren-Kunde

Was sind Aminosäuren?
Aminosäuren sind die ältesten Nährstoffe unseres Planeten. Sie dienten schon zu Urzeiten als Lebensquell, und daran hat sich bis zum heutigen Evolutionsstand, geprägt von der Entwicklung des Menschen, nichts geändert. Der menschliche Körper besteht zu 20 % aus Aminosäuren und zu 60 % aus Wasser. Etwa die Hälfte der restlichen Bestandteile des Körpers besteht aus Aminosäuren (darunter die Proteine). Aminosäuren haben diverse wichtige Funktionen und sind Bestandteile von Zellen, Hormonen und Enzymen. Proteine, Bausteine des Körpers, bestehen aus bis zu 20 verschiedenen Aminosäuren.

Woher kommt der Name?
Aminosäure ist ein Oberbegriff für Substanzen, deren Strukturen eine Amino-Gruppe und eine Carboxyl (Carboxylsäure)-Gruppe aufweist.

Stimmt es, dass Aminosäuren Haut und Haar mit Feuchtigkeit versorgen?
Natürliche Feuchthaltefaktoren (NMF - Natural Moisturizing Factors) in der Haut beugen Schädigungen durch Trockenheit und Reizstoffe vor. Mehr als die Hälfte dieser NMFs bestehen aus Aminosäuren und ihren Derivaten. Aminosäuren sind wichtige Komponenten für die Feuchtigkeitsversorgung von Haut und Haaren. Die Verwendung von Shampoo / Pflegewirkstoffen mit Aminosäuren verbessert die Feuchtigkeitsbindung der Haare und macht diese leichter kämmbar. Haarshampoos und Duschgels mit Aminosäuren sind in vielerlei Hinsicht sinnvoll.

Aminosäuren sind natürliche Feuchthaltefaktoren der Haut.

Der menschliche Körper besteht zu 60 bis 70 % aus Wasser, das macht bei einer 50 kg schweren Person einen Anteil von 30 bis 35 kg Wasser. Die Haut spielt eine wichtige Rolle bei der Speicherung dieses Wassergehalts. Sie setzt sich aus 4 Schichten zusammen: der subkutanen Fettschicht (Subcutis), der etwa 2 bis 3 mm dicken Dermis (Lederhaut), der etwa 0,1 mm dicken Epidermis (Oberhaut) und dem nur 0,01 mm dicken Stratum corneum (Hornschicht) an der Oberfläche. Die drei inneren Schichten bestehen aus lebenden Zellen. Die Epidermalzellen werden innerhalb von etwa 2 Wochen in Keratin umgewandelt, wandern an die Hautoberfläche und bilden dort das Stratum corneum. Nach einer Weile lösen sie sich als Schuppen von der Hornschicht ab und machen Platz für nachrückende Zellen. Ob die Haut sich prall anfühlt, hängt zu einem Großteil vom Wassergehalt im Stratum corneum ab. Aminosäuren sind wichtige natürlicher Feuchthaltefaktoren (NMF) im Stratum Corneum. Wenn Epidermalzellen sterben und zur Hornschicht wandern, wird das Protein im Inneren der Zellen in Aminosäuren aufgespalten und hinauf zum Stratum corneum transportiert. Etwa die Hälfte der NMF in der Haut bestehen aus Aminosäuren und Pyrrolidon-Carboxylsäuren (PCA) aus Glutamat.

Kollagen, ein kosmetischer Inhaltsstoff, besteht ebenfalls aus Aminosäuren.
Kollagen, ein kosmetischer Inhaltsstoff, der die Haut geschmeidig hält, besteht aus verschiedenen Aminosäuren. Viele Hautprobleme wie raue Haut oder dunkle Verfärbungen sind auf einen Aminosäuremangel zurückzuführen. Möglicherweise weist auch das Stratum corneum von Patienten mit atopischer Dermatitis oder Pollinosis einen Aminosäuregehalt auf, der deutlich niedriger ist als beim gesunden Menschen. Eine Fallstudie hat ergeben, dass wenn ein bestimmter Aminosäurekomplex auf eine Brandwunde aufgetragen wird, die Keloidbildung ausbleibt, und die Haut sich vollständig regeneriert.

Für die Pflege einer geschädigten Cuticula.

Der Wassergehalt ist ein wichtiger Faktor für Haut und Haare. Die als Cuticula bezeichnete oberste Haarschicht spielt eine wichtige Rolle bei der Bindung von Wasser im Inneren des Haars, und sind als Feuchthaltefaktoren Bestandteile der Cuticula. Stumpfes, trockenes Haar deutet auf eine starke Schädigung aufgrund von Aminosäuremangel hin. Heutzutage ist Haarefärben sehr beliebt, aber Haarfärbe- und Bleichmittel schädigen das Haar und rauen die Cuticula auf. Haare, die mit Shampoos, Spülungen und sonstigen Produkten gepflegt werden, die bestimmte Arten von Aminosäuren enthalten, sind nachweislich dank ihrer erhöhten Wasserbindungsfähigkeit weniger brüchig. Pflegeprodukte mit Aminosäuren machen das Haar „glatt“ und „leicht frisierbar“.

Aminosäuren sind mild zu Haaren, Kopfhaut und Haut.
Haut- und Haarpflegeprodukte auf Aminosäurebasis sind gut verträglich und mild zu Haaren, Kopfhaut und Haut. Wenn Sie Ihre Hände 10 Mal im Abstand von je 20 Minuten mit einer gewöhnlichen Seife waschen, werden sie trocken und rau. Anders sieht das aus, wenn Sie eine Waschsubstanz mit Aminosäuren benutzen. Hierfür ist der pH-Wert entscheidend. Für gewöhnlich ist die Haut leicht sauer mit einem pH-Wert von 5 bis 6. Nach wiederholtem Waschen mit einer stark alkalischen Seife verändert sich der pH-Wert der Haut: Sie wird alkalisch. Das ist auch der Grund, weshalb sie aufraut. Shampoos auf Aminosäurebasis reinigen unter Beibehaltung eines pH-Werts, der dem natürlichen pH-Wert von Haaren, Kopfhaut und Haut weitestgehend entspricht.

Aminosäuren sind schonend zur Umwelt.
Stoffe, die mit dem Abwasser entsorgt werden wie Seifen und Tenside müssen biologisch abbaubar sein. Auch wenn sie in Flüsse, Seen oder das Meer gelangen, verursacht das keine Umweltschäden, solange Mikroorganismen sie abbauen und in Kohlendioxid und Wasser aufspalten. Aminosäuren, Bestandteile lebendiger Organismen, sind leicht abbaubar. Neuerdings sind Produkte, die Fettsäuren und Aminosäuren wie Glutamat und Glycerin kombinieren, sehr beliebt. Und auch Materialien aus Aminosäurederivaten erobern zunehmend unseren Alltag.